Manifest der Neuen Sprache - Gerechtigkeit

Gerechtigkeit
 
Ein Wort, das in aller Munde ist.
Ein Zustand, nach dem wir uns alle sehnen und dessen Missachtung Wut, Empörung, Fassungs- und Sprachlosigkeit, Angst u.v.m. auslöst.
 
Was steckt denn nun alles in diesem Wort Gerechtigkeit?
An erster Stelle natürlich das "Recht".
Also das, worüber wir als Mitglieder einer Gesellschaft übereingekommen sind, dass es "richtig" bzw. das Maß dessen ist, was für alle gut ist.
An zweiter Stelle steckt das "Richten" mit in seiner Bedeutung.
Denn diejenigen, die das rechte Maß festlegen, verständigen sich auch darauf, nach dieser Festlegung zu richten.
Ein Nicht-Einhalten des rechten Maßes einer Gesellschaft hat Konsequenzen, die bis zum Ausschluss aus der Gemeinschaft führen kann.
 
War Gerechtigkeit in der Antike noch eine Tugend, setzte sich bereits im Mittelalter die Auffassung durch, dass der Mensch in seiner Sündhaftigkeit sich nicht erdreisten kann, Recht und rechtes Maß immer im Blick zu haben. Gerechtigkeit musste folgerichtig eine göttliche Größe sein, an der sich der Mensch orientieren soll.
 
So schwingt in Gerechtigkeit die Bedeutung mit, dass es um ein menschliches Erkennen des göttlichen Gesetzes geht, dessen Umsetzung wiederum auch in diesem göttlichen Wertekontext geschehen muss.
 
Schlüssel ist also immer das Erkennen der göttlichen oder kosmischen Ordnung.
Daraufhin muss folgen, dass jeder einelne Mensch erkennt, inwieweit er selbst im Einklang oder im Widerspruch zu dieser Ordnung lebt.
Hat er an dieser Suche und Selbstüberprüfung kein Interesse oder scheut er die Verantwortung der neudeutsch so schön benannten "Selbstoptimierung", erzeugt er Disharmonie bzw. Chaos.
 
Überlässt man die Entscheidung über das Richten dem Göttlichen, so muss dennoch der Mensch Wege finden, das Chaos in die göttliche Ordnung zurückzuführen.
Notfalls an Stelle desjenigen, der sich selbst nicht in der Lage befindet oder diese Aufgabe vermeidet.
 
Da braucht es jeden Einzelnen und eine Fülle an Ideen und Gestaltungsfreude, damit wir schließlich uns alle wieder ausrichten auf die in uns wohnende göttliche Ordnung.
 
Eine Frage, die uns immer begleitet auf unserem Weg: Was würde die Liebe tun?

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